Ein gut ausgearbeitetes technisches Lastenheft ist der Unterschied zwischen einem Kauf, der die Erwartungen erfüllt, und einem, der kostspielige Auseinandersetzungen nach sich zieht. Viele Käufer beschränken sich darauf, die Maschine beim Namen zu nennen (z. B. „automatischer Tray-Sealer"), ohne die erwartete Leistung, die Betriebsbedingungen und die Abnahmekriterien zu definieren. Das Ergebnis ist eine „konforme" Maschine, die den tatsächlichen Produktionsanforderungen nicht gerecht wird.
Abschnitt 1: Prozess- und Produktbeschreibung
Das Lastenheft muss mit der detaillierten Beschreibung des zu verpackenden Produkts beginnen: Name, Lebensmittelkategorie, Nettogewicht pro Packung (Min-Max), Abmessungen und typische Form, Verpackungstemperatur, Vorhandensein von Flüssigkeiten/Fetten/Feuchtigkeit sowie abrasive oder scharfe Eigenschaften, die die Folie oder Maschinenteile beschädigen könnten.
- Produkt: Name, Lebensmittelkategorie, Hauptzutaten
- Gewicht: Min-Max-Bereich pro Packung (z. B. 150–400 g)
- Produktabmessungen: L × B × H mit Toleranzen
- Produkttemperatur beim Maschineneintritt
- Produkteigenschaften: feucht, fettig, abrasiv, scharf
- Erforderliche Stundenleistung: Packungen/h mit Betriebsfaktor
Abschnitt 2: Verpackungsspezifikationen
Die geforderte Verpackungstechnologie genau definieren (Vakuumverpackung, MAP, Skin), die Gasmischung für MAP mit Toleranzen (z. B. CO₂ 20±2 %, O₂ 5±1 %, N₂ als Rest), den Vakuumgrad für Vakuumanwendungen (z. B. min. 99,5 %), die Geometrie der fertigen Verpackung (Schalenabmessungen, Tiefe, Folientyp).
- Technologie: Vakuumverpackung / MAP / Skin / Kombination
- MAP-Gasmischung: Prozentwerte mit Toleranzen für jedes Gas
- Vakuumgrad: erreichbares Min-% kalt und im Betrieb
- Fertige Schalengröße: L × B × H ±Toleranzen
- Ober- und Unterfolientyp: Struktur, Stärke, akzeptierter Lieferant
- Zielhaltbarkeit: Tage bei definierter Temperatur
Abschnitt 3: Anforderungen an die Leistung
Mindestleistungsanforderungen festlegen: garantierte Nennleistung (z. B. min. 800 Schalen/h netto), maximale zulässige Ausschussrate (z. B. < 0,5 %), Mindest-MTBF (z. B. > 500 Produktionsstunden ohne Betriebsstörung), Aufwärm- und Einfahrzeit (z. B. < 15 Minuten), Formatwechselzeit (z. B. < 30 Minuten mit einem Bediener).
- Taktzeit: Packungen/h netto (ohne Ausschuss und Stillstände)
- Ausschuss: maximaler % am Gesamtprodukt (z. B. < 0,5 %)
- MTBF: mittlere Zeit zwischen Betriebsstörungen (z. B. > 500 h)
- MTTR: mittlere Reparaturzeit (z. B. < 2 Stunden)
- Formatwechselzeit: Minuten mit N angegebenen Bedienern
- Energieverbrauch: kW max im Betrieb
Abschnitt 4: Hygiene-, Sicherheits- und Abnahmeanforderungen
Hygienische Standards festlegen: EHEDG-Zertifizierung, Edelstahl AISI 304 oder 316L für produktberührende Teile, IP-Schutzklasse für Nassreinigung (min. IP55, IP69K für Nassbereiche). Zur Sicherheit: Konformität mit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (oder EU-Maschinenverordnung 2023/1230 für ab 2027 bestellte Maschinen), CE-Kennzeichnung, verfügbare Risikoanalyse.
Den Abnahmeprüfplan festlegen (FAT – Factory Acceptance Test) mit Realprodukt, Mindestprüfdauer (z. B. 8 Stunden Dauerbetrieb), vor Abnahme zu erreichende Leistungswerte. Der SAT (Site Acceptance Test) ist mit denselben Kennzahlen zu definieren.
- Hygiene: EHEDG certified / EHEDG compliant
- Edelstahl: min. AISI 304 / AISI 316L für Nassbereiche
- IP-Schutzklasse: min. IP55 / IP69K für Hochdruckreinigung
- CE-Kennzeichnung: Pflicht mit Konformitätserklärung
- FAT: Dauer, Realprodukt, definierte Abnahmekennzahlen
- SAT: Wiederholung der FAT-Kennzahlen beim Kunden
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